Das Internet ist ein Zusammenschluß mehrerer Netze. Das im Internet verwendete Protokoll IP (= Internet Protocol) ist aus einem Projekt des US-Verteidigungsministeriums (ARPA-Net = Advanced Research Projects Agency) hervorgegangen. Hauptziel des Projektes war es, ein Netz zu konzipieren, bei dem der Ausfall einzelner Teile nicht zum Ausfall des Gesamtnetzes führt. Es wurde daher schnell klar, daß nur ein Netz mit dezentraler Administration diese Bedingung erfüllen kann und somit gewährleistet, daß keine Organisation bzw. kein Unternehmen von sich behaupten kann, das Internet zu betreiben und/oder zu verwalten. Somit hat das Internet ein Eigenleben und eine Dynamik, die nicht von allen Politikern gerne gesehen wird (In China müssen sich Leute, die Zugang zum Internet haben, bei der Polizei registrieren lassen).
In Deutschland besteht das "Internet" unter anderem aus folgenden Netzen:
Die oben angegebenen Provider (= XLINK, EUNET, MAZ, CONTRIB.NET...) unterhalten sogenannte PoP´s (Point of Presence) in der gesamten Bundesrepublik, damit sich Kunden zum Orts- oder Nahbereichstarif anschließen können. An bestimmten Stellen werden nun zwischen diesen Providern Daten ausgetauscht (XLINK, EUNET, MAZ haben dafür einen Knoten bei Frankfurt, MV-Online ist an MAZ angeschlossen, die FHB schickt den Auslandsverkehr über das DFN zu Xlink). Dies geschieht weltweit ebenso wie innerhalb Deutschlands. Das so entstandene Gebilde von miteinander verbundenen Netzen ist das Internet.
Die Funktion des Internet läßt sich am einfachsten anhand des ISO/OSI-Modells erklären. Es zeigt, wie die einzelnen Komponenten eines solchen Netzwerkes ineinandergreifen.
ISO-7-Schichten Modell (OSI-Modell)
| ISO-7-Schichten Modell | ||
| (7) application layer / Anwendungsschicht | Die Anwendung, wie sie sich dem Benutzer präsentiert | Telnet, ftp, WWW, mail, news, rlogin |
| (6) presentation layer / Darstellungsschicht | Hier finden Konvertierungen von Daten statt, sofern dies notwendig ist (z.B. Umwandlung von ASCII in EBCDIC-Zeichensatz) | |
| (5) Session layer / Sitzungsschicht | Steuerung des Verbindungsaufbaus. Schnittstelle des Programmierers zum Netzwerk. Ist eine Verbindung zu einem anderen Rechner hergestellt, verwaltet diese Schicht die Verbindung. | |
| (4) transport layer / Transportschicht | Die Transportschicht überträgt die Daten vom Quellrechner zum Zielrechner. Aufgaben der Transportschicht ist das folgerichtige Übertragen eines Datenstromes, das Garantieren von Eigenschaften, die beim Verbindungsaufbau angefordert wurden (verbindungsorientierter Dienst mit geordnetem Verbindungsabbau, verbindungsloser Dienst (Datagramm)) | TCP, UDP |
| (3) network layer / Netzwerkschicht | Senden und Empfangen von Paketen im Netz. Wichtigste Aufgabe dieser Schicht ist dabei das "Routen" der Datenpakete im Netz. Die Routen können statisch sein oder auch zur Laufzeit bestimmt werden. In dieser Schicht werden auch Gebühreninformationen zur Abrechnung gesammelt. | IP |
| (2) data link layer / Verbindungsschicht | Übertragungssicherung der physikalischen Schicht. Dies wird durch paketweises Übertragen der Daten erreicht. Emfangsbestätigungen des Empfängers müssen verarbeitet werden. Sollten Pakete fehlerhaft übertragen werden, so wird von dieser Schicht das Paket erneut übertragen. | Ethernet, ISDN, Datex-P (X.25), PPP V.42, V.42bis |
| (1) physical layer / Physikalische Schicht | Übertragung der Bits auf einem Übertragungsmedium. Hier werden die physikalischen Eigenschaften des Übertragungsmediums festgelegt (Kupfer/Lichtwellen-leiter, Übertragungsfrequenz, welche Spannung bedeutet 0, welche 1, parallele oder serielle Übertragung.... | Lichtwellenleiter, Koaxkabel, Twisted Pair, Telefon, V.24 |
Für die Schichten (1) bis (4) gibt es unzählige Normen (ISO, DIN...) und Empfehlungen (CCITT). Bei den Schichten (5) bis (7) gibt es erst wenige Dienste, die vollständig genormt sind. Eine Schicht mit einer kleineren Nummer stellt einer Schicht mit einer größeren Nummer einen Dienst zur Verfügung, wobei es der Schicht mit der höheren Nummer i.d.R. egal ist, wie die darunterliegende Schicht den Dienst realisiert (für Schicht (3) ist es uninteressant, welches Transportmedium in Schicht (1) und (2) verwendet wird). Die beiden wichtigsten Protokolle sind das TCP (= Trans-mission Control Protocol) als verbindungsorientierter Dienst und das UDP (= User Datagram Protocol) als verbindungsloser Dienst. Beide benutzen das IP (= Internet Protocol) zur Kommunikation. Bei TCP wird zu Anfang eine Verbindung geöffnet, über die man dann bidirektional Daten austauschen kann. Bei UDP wird ein Datenpaket mit vollständiger Sende- und Empfangsadresse fertiggemacht und auf den Weg geschickt. Bei TCP ist der Verbindungsauf- und abbau mit einem gewissen Aufwand verbunden, so daß sich dies bei kleinen Datenmengen nicht lohnt. Statt dessen sollte man UDP verwenden.
Viele Dienste und Funktionen des Internet (und seiner Vorgänger) sind durch sogenannte RFC (= Request for Comment) definiert worden. Vereinfacht gesagt, jemand hat im Netz einen solchen Artikel geschrieben und mit der nächsten freien Nummer ins Netz geschickt. Dieser wurde kommentiert und dann implementiert. Für Electronic Mail ist die Grundlage RFC 822 (Titel: Standard for the format of ARPA Internet text messages), für DNS sind es RFC 1101, RFC 1183, RFC 1383, RFC 1536, RFC 1537....
Als Sende- und Empfangsadressen werden im Internet sogenannte IP-Nummern verwendet, die z.B. wie folgt aussehen:
193.141.28.4
wobei jede der Zifferngruppen von 0 bis 255 gehen kann. Das Internet kann damit theoretisch maximal 4.294.967.296 Rechner haben. Aus verwaltungstechnischen Gründen dürfte jedoch maximal ein Viertel bis die Hälfte dieser Zahl erreichbar sein.
Jeder Rechner, der am Internet teilnehmen möchte, muß eine solche IP-Nummer bekommen.
Die IP-Nummern sind nun eines der wenigen Dinge im Internet, die einer globalen Verwaltung bedürfen. Damit alle miteinander kommunizieren können, muß sichergestellt werden, daß jede IP-Nummer nur einmal auf der Welt verwendet wird (solange man nur ein lokales Netz betreibt, kann man natürlich jede Nummer verwenden).
Die Verwaltung der IP-Nummer erfolgt durch nationale NIC (= Network Information Center). Dies ist zusammen mit der Verwaltung der Domainnamen die einzige globale, aber dennonch dezentrale Verwaltung, die für das Netz gemacht werden muß. Das deutsche NIC ist an der Universität Karlsruhe. Finanziert wird es von denjenigen, die eine IP-Nummer oder einen Domainnamen beantragen. Und das kann jeder tun. In der Hauptsache geschieht dies jedoch durch die Netzwerkprovider in Deutschland (Xlink, Maz, EUNet...).
Innerhalb des Netzes werden zum Aufbau von Verbindungen ausschließlich IP-Nummern verwendet. Da man Nummern im allgemeinen nicht so gut behalten kann (viele Leute haben ein schlechtes Zahlengedächtnis), sind die sogenannten Domainnamen eingeführt worden. Man kann sie sich in der Regel besser merken, da meistens der Name der Institution Bestandteil des Domainnamen ist.
Domainnamen werden in zwei Klassen eingeteilt:
Domains sind hierarchisch aufgebaut. Bei den geographischen Domains ist das jeweilige Land die höchste Domain (bei Deutschland ist dies das de am Ende des Domainnamens. Bei den organisatorischen Domains ist es der Organisationstyp.
Folgende sogenannte Top-Level-Domains existieren:
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| com | Commercial (Firmen) |
| org | Organisationen (Vereine) |
| net | Netzwerkbetreiber |
| edu | Educational (Bildungseinrichtungen) |
| mil | Military |
| gov | Government (Regierung) |
| vat | Vatikan |
Geographische Domains:
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| de | Deutschland |
| fr | Frankreich |
| us | USA |
| uk | England |
| at | Österreich |
| va | Vatikan |
| . | .. |
Die geographischen Domainnamen sind in einer ISO-Norm festgelegt.
Wenn in einem Netz auf einen bestimmter Dienst zugegriffen werden kann, so bedeutet dies, daß es im Netz einen Rechner gibt, der eine bestimmte Funktion (den Dienst) zur Verfügung stellt. Eine Reihe von Diensten wird beim Installieren des Betriebssystems automatisch zur Verfügung gestellt (d.h., diese Dienste wurden vom Hersteller der Software konfiguriert), während andere Dienste erst explizit vom Systemverwalter eingerichtet werden müssen. Jeder zur Verfügung gestellte Dienst läßt sich abschalten. Befinden sich auf einem Rechner vertrauliche Daten, ist es wichtig, den Zugriff auf das System beschränken zu können. In der Datei /etc/services stehen die Dienste, die in einem UNIX-System üblicherweise bekannt sind. Diese Datei dient zur Umsetzung von Name nach Nummer und umgekehrt. In dieser Datei wird nicht bestimmt, ob ein Dienst aktiv ist oder nicht.
#ident "@(#)services 1.8 93/08/27 SMI" /* SVr4.0 1.8 */
#
#
Datei /etc/services
# Network services, Internet style
#
| tcpmux | 1/tcp | |
| echo | 7/tcp | # Zurückschicken einer empfangenen Meldung |
| echo | 7/udp | # |
| discard | 9/tcp | sink null |
| discard | 9/udp | sink null |
| systat | 11/tcp | users # Abfragen des Systemstatus (Kommando ps) |
| daytime | 13/tcp | # Abfragen von Tag und Uhrzeit (Kommando date) |
| daytime | 13/udp | # Netzwerkstatus |
| netstat | 15/tcp | |
| chargen | 19/tcp | ttytst source |
| chargen | 19/udp | ttytst source |
| ftp-data | 20/tcp | # Datenkanal fuer FTP |
| ftp | 21/tcp | # Steuerkanal fuer FTP |
| telnet | 23/tcp | # Telnet-Verbindung |
| smtp | 25/tcp | mail # Mail Dienst |
| time | 37/tcp | timserver # Dienst zum Uhrenabgleich |
| time | 37/udp | timserver |
| name | 42/udp | nameserver # |
| whois | 43/tcp | nicname # usually to sri-nic |
| domain | 53/udp | # DNS |
| domain | 53/tcp | |
| hostnames | 101/tcp | hostname # usually to sri-nic |
| sunrpc | 111/udp | rpcbind # RPC-Funktione (NFS) |
| sunrpc | 111/tcp | |
| # | ||
| # Host specific functions | ||
| # | ||
| tftp | 69/udp | # Einfacher FTP |
| rje | 77/tcp | |
| finger | 79/tcp | |
| link | 87/tcp | ttylink |
| supdup | 95/tcp | |
| iso-tsap | 102/tcp | |
| x400 | 103/tcp | # ISO Mail |
| x400-snd | 104/tcp | |
| csnet-ns | 105/tcp | |
| pop-2 | 109/tcp | # Post Office |
| uucp-path | 117/tcp | |
| nntp | 119/tcp | usenet # Network News Transfer |
| ntp | 123/tcp | # Network Time Protocol |
| ntp | 123/udp | # Network Time Protocol |
| NeWS | 144/tcp | news # Window System |
| # | ||
| # UNIX specific services | ||
| # | ||
| # these are NOT officially assigned (d.h. nicht durch einen RFC bestätigt) | ||
| # | ||
| exec | 512/tcp | # Kommando rexec |
| login | 513/tcp | # Kommando rlogin |
| shell | 513/tcp | cmd # no passwords used |
| printer | 515/tcp | spooler # line printer spooler |
| courier | 530/tcp | rpc # experimental |
| uucp | 540/tcp | uucpd # uucp daemon |
| biff | 512/udp | comsat |
| who | 513/udp | whod # Abfrage, wer auf dem System angemeldet ist (Kommando rwho) |
| syslog | 514/udp | |
| talk | 517/udp | # Kommando talk |
| route | 520/udp | router routed |
| timed | 525/udp | timeserver # |
| new-rwho | 550/udp | new-who # experimental |
| rmonitor | 560/udp | rmonitord # experimental |
| monitor | 561/udp | # experimental |
| pcserver | 600/tcp | # ECD Integrated PC board srvr |
| kerberos | 750/udp | kdc # Kerberos key server |
| kerberos | 750/tcp | kdc # Kerberos key server |
| ingreslock | 1524/tcp | |
| harvest | 3128/tcp | # Harvest Server auf der fhbsun04 |
| listen | 2766/tcp | # System V listener port |
| nfsd | 2049/udp | nfs # NFS server daemon |
| lockd | 4045/udp | # NFS lock daemon/manager |
| lockd | 4045/tcp | |
| bootps | 67/udp | #Bootstrap protocol server |
| bootpc | 68/udp | #Bootstrap protocol client |
Unter den o.g. Nummern sind die entsprechenden Dienste im System zu erreichen. Da jemand von außerhalb nicht weiß, welcher Dienst welche Nummer hat, stellt diese Liste eine quasi verbindliche Zuweisung von Diensten zu Nummern dar. Würde man z.B. den Maildienst auf eine andere Nummer als 25 legen, wäre er von außen praktisch nicht zu erreichen. Diese Liste von Diensten kann bei der Installation von Software durchaus erweitert werden. Bei Client/Server Systemen (z.B. Datenbanksystem Sybase) wird die Liste erweitert. Der Client sieht dann nach, unter welcher Nummer er den Server ansprechen kann.
Diese Nummern werden als Ports bezeichnet. Es gibt max. 64000 im System.
Wie funktioniert nun die Verbindungsaufnahme zwischen zwei Rechnern ?
Der Rechner A (IP-Nummer 193.141.29.36) möchte mit dem Rechner B (IP-Nummer 193.141.29.35) eine Verbindung aufnehmen, um eine E-Mail zu übertragen. Das Programm auf dem Rechner A, das die E-Mail übertragen soll, fordert vom Betriebssystem einen freien Port an (das Betriebssystem verwaltet die Ports und weiß, welche frei oder belegt sind). Nachdem es einen Port (z.B. Nummer 10240) bekommen hat, wird eine Verbindung zu Rechner B, Portnummer 25, hergestellt. An Port 25 des Rechners B wartet das Mail-Programm auf solche Anforderungen, die es dann bearbeitet. Wie kann nun eine Verbindung eines Rechners C zum Rechner B auf Port 25 von einer Verbindung des Rechners A unterschieden werden? Um eine Verbindung auf einem Rechner zu identifizieren, wird immer das Quadrupel
<IP-Nummer Rechner A><Portnummer Rechner A><IP-Nummer Rechner B><Portnummer Rechner B>
verwendet. Auf diese Art und Weise können mehrere Verbindungen zum Port 25 des Rechners B gemacht und unterschieden werden. Aus der obigen Liste möglicher Dienste sollen folgende näher betrachtet werden:
Da innerhalb des Internet nur mit IP-Nummern gearbeitet werden kann, muß bei jedem Verbindungsaufbau der Name in eine Nummer umgesetzt werden. Die Struktur des Internet macht es unmöglich, daß dies durch eine zentrale Stelle erfolgt. Es gibt weltweit ca. zehn Rechner, deren Hauptaufgabe es ist mitzuteilen, welche Rechner mehr Informationen über die Top-Level-Domains besitzen. Will man also eine Verbindung zu dem Rechner www.siemens.de herstellen, so wird zuerst bei einem Hauptrechner (nennen wir ihn A) nachgefragt, wo man Informationen über die Domain de bekommen kann. Als Antwort erhält man die IP-Nummer des Rechners B. Bei diesem Rechner B erfährt man dann, wo man Informationen über die Domain siemens.de (Rechner C) bekommen kann. Der Rechner C (mit Informationen über die Domain siemens.de) schickt die IP-Nummer des Rechners www.siemens.de zurück. Mit dieser Nummer können dann die weiteren Dienste arbeiten.
telnet ist ein Programm, das den lokalen Rechner zu einem Terminal macht, das an dem angegebenen Rechner angeschlossen ist.
FTP ist die Abkürzung für File Transfer Protocol (RFC 114, 172, 265, 354, 542, 959, 414, 454, 765). Es handelt sich um einen Dienst zur Übertragung von Dateien. Dabei werden zwei TCP-Verbindungen eingerichtet; die erste dient zur Steuerung, die zweite zum Datentransfer. Da man sich bei Verbindungsaufnahme anmelden muß, ist es notwendig, auf der Gegenstelle eine Benutzernummer zu haben. Einzige Ausnahme davon sind sogenannte "anonymous" Ftp-Server. Man kann sich dort unter der Benutzernummer anonymous anmelden. Auf diesen Servern liegen dann Programme und Dokumente, die kostenlos zugänglich sind (man zahlt natürlich die Übertragungskosten). Auf diese Weise werden eine ganze Reihe von Public Domain- und Shareware-Programmpaketen oder graue Literatur verteilt, wie zum Beispiel TeX, Netscape, Linux, Eudora, Pmail, Emacs, GNU-C-Compiler, GNU-Utilities.......
Der archie-Dienst ist die erste Gegenmaßnahme, um der Datenflut im Internet Herr zu werden. Auf einem Archie-Server wird nur die Information verwaltet, welcher FTP-Server welche Datei gespeichert hat. Über ein entsprechendes Programm (auf UNIX xarchie) kann in der Datenbank nach den Namen von Dateien gesucht werden. Angabe von regulären Ausdrücken und anderen Attributen, um die Ergebnismenge einzuschränken, sind dabei möglich. In Deutschland wird ein Archie-Server, der solche Anfragen beantwortet, an der TH Darmstadt betrieben.
Das Internet wird benutzt, um Mail zu verschicken, es ist aber keine notwendige Voraussetzung. Beispiel dafür sind die Schulen in der Stadt Brandenburg, die über die Fachhochschule Brandenburg an Mail und News angeschlossen sind und denen diese Dienste über uucp (UNIX to UNIX CoPy) zur Verfügung gestellt werden.
Bei Mail wird noch am ehesten sichtbar, wie sich die Computernetze entwickelt haben.
Innerhalb des Internet wird Mail wie folgt verschickt: Der DNS-Dienst stellt sogenannte MX-Records (Mail eXchange) zur Verfügung. Ein MX-Record gibt den oder die Rechner an, die die Mail weiterleiten (dies muß nicht notwendigerweise der Zielrechner sein). Für die Fachhochschule sind dies die Rechner fhbsun01 und bacchus. Beide Rechner bilden sozusagen das Zentralpostamt der Fachhochschule. Diese Rechner haben dann weitere Informationen darüber, wohin die Mail eines bestimmten Benutzers ausgeliefert werden soll (zeus, fhbsun02). Kommt Post für einen Benutzer an, der nicht auf den Rechnern bacchus/fhbsun01 bekannt ist, so wird diese Post als unzustellbar zurückgeschickt.
Innerhalb des Internet wird zur Übertragung das Protokoll SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) verwendet.
Am Beispiel der angeschlossenen Schulen kann gezeigt werden, wie Mail außerhalb des Internet weitertransportiert werden kann. Als MX-Record für die Domain gs_lehnin.pm.bb.schule.de (Gesamtschule Lehnin) ist bacchus/fhbsun01 eingetragen. Diese Rechner schicken die Mail weiter an den Rechner Aladin, der die Mail per uucp an die Schulen weiterleitet. Die Fachhochschule ist in diesem Fall nur eine Art Zwischenlager (Verteilpostamt).
Als Beispiel sehen Sie unten eine Mail mit allen Informationen
(die meisten Programme zum Maillesen unterdrücken die adminstrativen
Teile).
From yaps.rhein.de!arno Tue, 30 Apr 1996 06:07:39 MSZ remote from aladin
Received: from aladin by gs_lehnin.pm.bb.schule.de (UUPC/extended 1.11x) with UUCP; Tue, 30 Apr 1996 06:07:39 MSZ
Received: from fhbsun01.fh-brandenburg.de by aladin.fh-brandenburg.de with smtp (Smail3.1.28.1 #5) id m0uDd83-000G8hC; Sun, 28 Apr 96 22:31 MET DST
Received: from uran.informatik.uni-bonn.de by fhbsun01.fh-brandenburg.de with smtp (Smail3.1.28.1 #5) id m0uDd81-00000aC; Sun, 28 Apr 96 22:31 MET DST
Received: from comma.rhein.de (root@comma.rhein.de [193.174.6.131]) by uran.informatik.uni-bonn.de (8.7.4-ws4/8.7.1-ws3) with ESMTP id WAA16518 for <kwaerko@gs_lehnin.pm.bb.schule.de>; Sun, 28 Apr 1996 22:31:28 +0200 (MET DST)
Received: from yaps.rhein.de (Uyaps@localhost)
by comma.rhein.de (8.7.5/8.6.9) with UUCP id WAA18569 for kwaerko@gs_lehnin.pm.bb.schule.de; Sun, 28 Apr 1996 22:06:56 +0200 (MET DST)
Received: by yaps.rhein.de (AmigaSmail3.28/Getty for <kwaerko@gs_lehnin.pm.bb.schule.de>) id <0a6c@yaps.rhein.de>; Sun, 28 Apr 1996 15:11:00 +0200
To: kwaerko@gs_lehnin.pm.bb.schule.de
Reply-To: arno@yaps.rhein.de (Arno Eigenwillig)
Organization: Der flauschige RFC-Berater (mit Perwolli gegen Flames impraegniert)
X-Mail-Generated-By: badnews v0.1b
From: news@yaps.rhein.de (Arno Eigenwillig)
Subject: Defective news article from your site
Message-Id: <9604281311.AA0a6b@yaps.rhein.de>
Date: Sun, 28 Apr 1996 15:11:00 +0200
Anhand der Received-Zeilen läßt sich der Weg einer Mail zurückverfolgen.
Die oben angegebene Mail wurde vom Rechner yaps.rhein.de an gs_lehnin.pm.bb.schule.de geschickt.
Von oben nach unten gelesen bedeuten die Received-Zeilen folgendes:
News sind mit einem "Schwarzen Brett" vergleichbar. So wie man einen Aushang an das "Schwarze Brett" hängt, so "postet" man einen Artikel in den News. So wie große "Schwarze Bretter" thematisch unterteilt werden, ist dies auch bei News der Fall. Die einzelnen Teile bezeichnet man dann als Gruppen. Beispiel für eine solche Gruppe wäre:
de.alt.studienreform
Dies ist eine Gruppe, die in Deutschland (de), als Alternative Gruppe (alt), sich mit Studienreformen (studienreform) beschäftigt. Die News-Gruppen kann man nach ihrem Verbreitungsgrad einteilen. Auf unserem News-Server gibt es einige Gruppen, die mit fh anfangen. Diese Gruppen sind nur innerhalb der Fachhochschule zu sehen. Sie werden nicht nach außen weitergeleitet. Es gibt eine Reihe von Gruppen, die nur innerhalb Deutschlands (de.*, schule.*) oder auch nur innerhalb einer Stadt (bln.* für Berlin) zu sehen sind. Und schließlich gibt es noch die Gruppen, die weltweit verteilt werden (z.B. sci.environment = wissenschaftliche Gruppe für Umweltangelegenheiten).
Das Verfahren zum Einrichten von News-Gruppen ist vom Verbreitungsgrad abhängig. Allgemein gesagt: Es muß für eine Gruppe ein Interesse im Netz vorhanden sein. Bei einer Gruppe innerhalb der Fachhochschule kann man das beschließen. Bei einer Gruppe, die deutschlandweit verbreitet werden soll, muß im Netz abgestimmt werden (das gleiche gilt für weltweite Gruppen).
Wie werden diese News nun verteilt? Innerhalb der Fachhochschule gibt es einen Rechner, der als News-Server arbeitet. Dort werden sämtliche Artikel gespeichert. Wer News liest und/oder postet, greift auf diesen Rechner zu. Dieser News-Server tauscht mit zwei anderen News-Servern (Xlink in Karlsruhe und der TU-Berlin) die Artikel aus. Wird ein Artikel hier gepostet, so wird er entsprechend seines Verbreitungsgrads an die beiden News-Server geschickt (die fachhochschulinternen Gruppen bleiben hier, nur die deutschland- und weltweiten Gruppen werden verschickt). Die TU-Berlin und Xlink schicken den Artikel dann an andere News-Server. Auf diese Art und Weise "wandert" der Artikel durch das Netz. Bei weltweiten Gruppen kann es durchaus bis zu zwei Wochen dauern, bis der Artikel überall angekommen ist. Es gibt auch bei News keine definierte Struktur. Warum werden News ausgerechnet mit den beiden oben angegebenen Servern ausgetauscht? Mit Xlink, weil es der Provider für Auslandverbindungen ist. Bei der TU-Berlin habe ich den News-Verwalter einfach angeschrieben und gefragt, ob sich die Fachhochschule Brandenburg an den News-Server der TU anhängen kann. Kriterium war dabei, daß man über diese beiden Server einen möglichst hohen und schnellen Verbreitungsgrad erreicht.
Für den Austausch von News gibt es ein spezielles Protokoll, das NNTP (Network News Transfer Protocol, definiert im RFC 977). Wie wird nun verhindert, daß ein Artikel, der losgeschickt worden ist, auf Dauer umherirrt? Jeder Rechner, der einen Artikel verschickt, schreibt seinen Namen oder seine volle Domainadresse in den Artikel. Bei einem Artikel, den die FH Brandenburg von der TU-Berlin erhält, ist z.B. eingetragen: zrz.TU-Berlin.de. Wenn der hiesige News-Server prüft, welche Artikel er zu den Nachbarn schicken soll, dann stellt er fest, daß dieser Artikel von der TU Berlin gekommen ist und schickt ihn nur noch zu Xlink. Dadurch wird auch vermieden, daß ein Artikel, der von Xlink kommt, aber schon bei der TU Berlin war, noch einmal zur TU Berlin geschickt wird. Das folgende Beispiel zeigt, auf welchem Weg ein Artikel aus den USA den Weg zur FH Brandenburg gefunden hat.
Path:
news.fh-brandenburg.de!zrz.TU-Berlin.DE!fu-berlin.de!cs.tu-berlin.de!uni-erlangen.de!uni-regensburg.de!lrz-muenchen.de!informatik.tu-muenchen.de!Germany.EU.net!EU.net!howland.reston.ans.net!gatech!udel!itchy.ee.udel.edu!strobel
From: Frank Strobel <strobel@itchy.ee.udel.edu>
Newsgroups: alt.visa.us,misc.immigration.misc,misc.immigration.usa
Subject: Where to find J1 - FAQ
Date: Wed, 24 Apr 1996 18:22:27 -0400
Organization: University of Delaware
Lines: 7
Message-ID: <Pine.SUN.3.91.960424182054.20309A-100000@itchy.ee.udel.edu>
NNTP-Posting-Host: itchy.ee.udel.edu
Mime-Version: 1.0
Content-Type: TEXT/PLAIN; charset=US-ASCII
Xref: news.fh-brandenburg.de alt.visa.us:1749 misc.immigration.misc:579 misc.imm igration.usa:11110
A friend told me that there is something like a FAQ for
J1-Visa. Where can I find it or can somebody please eMail
it to me? Thank you in advance!
-Frank
Der oben angegebene Newsartikel (auch hier wird die Verwaltungsinformation von den meisten Programmen zum Newslesen unterdrückt) kommt von der Universität Delaware. Anhand der Path-Angabe kann man nun den Weg des Artikels verfolgen. In der Universität (itchy.ee.udel.edu) aufgegeben, ging der Artikel über das Georgia Institute of Technology in Atlanta (gatech), über einen Netzwerkprovider (howland.reston.ans.net), über EUNET (EU.net), über EUNET Deutschland (Germany.EU.net), über die Informatik der TU München (informatik.tu-muenchen.de), über das Rechenzentrum der TU München (rz.tu-muenchen.de), über die Universität Regensburg (uni-regensburg.de), über die Universität Erlangen (uni-erlangen.de), über die TU Berlin (cs.tu-berlin.de), über die FU Berlin (fu-berlin.de), über das Zentrale Rechenzentrum der TU Berlin (zrz.TU-Berlin.DE) und von dort schließlich zur Fachhochschule Brandenburg.
Diesen Artikel schickt die Hochschule nun weiter an Xlink, aber nicht mehr an die TU Berlin, da im Path zrz.TU-Berlin.de steht. Um den Datenaustausch etwas ökonomischer zu gestalten (die Fachhochschule hat ca. 5 Gigabyte Newsaufkommen im Monat), wird vor dem Übertragen die oben zu sehende Message-ID ausgetauscht. Erst wenn der Empfänger bestätigt, daß er einen Artikel mit dieser Message-ID noch nicht bekommen hat, wird der Artikel übertragen. Die Message-ID wird aus der Systemzeit, dem Rechernamen und einigen benutzerspezifischen Komponenten erzeugt. Hauptaufgabe der ID ist, für den Artikel weltweit eindeutig zu sein.
Bei WWW werden die Informationen über einen Server bereitgestellt und bei Bedarf vom Benutzer abgerufen. Dadurch wird erreicht, daß die angezeigte Information immer der Information auf dem Server entspricht (news-Artikel können bis zu 2 Wochen unterwegs sein). Es liegt damit in der Verantwortung des Betreibers des Servers, dafür zu sorgen, daß die auf dem Server liegende Information aktuell ist. Dieses Prinzip wird, solange es sich um einen einzelnen Rechner handelt, auch von Mailboxen und Informationsservern mit proprietären Oberflächen und Protokollen erreicht. Bei WWW wird durch das standardisierte Übertragungsprotokoll HTTP (Hypertext Transfer Protocol) erreicht, daß diese einzelnen Server zu einem gesamten Informationsdienst zusammengeschlossen werden. Die vollständige Adresse einer Seite im WWW besteht daher immer aus dem Domainnamen des Rechners und der Seite innerhalb des Rechners. Ohne Seite innerhalb des Rechners wird eine voreingestellte Seite genommen.
Die vollständige Adresse der ersten Seite der Fachhochschule wäre
www.fh-brandenburg.de/index.html
Beachten Sie bitte, daß vor der Adresse nicht http:// steht. Dies ist nicht Bestandteil der Adresse, sondern nur eine Information für den Browser, den Sie verwenden. http gibt das zu verwendende Protokoll an und // gibt an, daß der nachfolgende Teil ein Domainname ist. Bei den heute im Umlauf befindlichen Browsern sind die oben angegebenen Dienste Mail, News, FTP und WWW in eine gemeinsame Oberfläche integriert worden. Damit der Browser weiß, welche Komponente zu benutzen ist, muß diese vor der Adresse angegeben werden. Gültige Angaben an dieser Stelle sind http, news, file, und ftp.
| ARPA | Advanced Research Projects Agency |
| ASCII | American Standard Code for Information Interchange. Definition der Zeichen von 0 bis 127. |
| CCITT | Comitée Consultative Internationale telephone et telegraphique. Zusammenschluß der Telekommunikationsgesellschaften der Welt. Erarbeitet Empfehlungen für Telekommunikation. |
| DNS | Domain Name Service. Dienst, um Namen nach IP-Nummern und IP-Nummern nach Namen umzusetzen. |
| FTP | File Transfer Protocol. Protokoll zur Übertragung von Dateien. Benutzt TCP. |
| DNS | Domain Name Service. Dienst, um Namen nach IP-Nummern und IP-Nummern nach Namen umzusetzen. |
| FTP | File Transfer Protocol. Protokoll zur Übertragung von Dateien. Benutzt TCP. |
| HTML | HyperText Markup Language. Sprache zum Formatieren von Texten und zur Einbindung von Verweisen auf andere Seiten. |
| HTTP | HyperText Transport Protocol. Protokoll zur Übertragung von HTML-Seiten. Benutzt TCP. |
| IP | Internet Protocol - Basisprotokoll für alle Dienste im Internet |
| ISDN | Integrated Services Data Network |
| ISO | International Standardisation Organisation. Verabschiedet technische Normen |
| OSI | Open System Interconnection (von ISO verabschiedeter Standard zur Rechnerkommunikation (OSI-Protokolle)) |
| NNTP | Network News Transport Protocol |
| PPP | Point to Point Protocol. Protokoll zur sicheren Datenübertragung. Wird von IP genutzt. |
| SMTP | Simple Mail Transfer Protocol. Protokoll zur Übertragung von Mails im Internet (RFC 876). |
| TCP | Transmission Control Protocol - Verbindungsorientiertes Datenübertragungsprotokoll. Benutzt IP. |
| UDP | User Datagram Protocol - Verbindungsloses Datenübertragungsprotokoll. Benutzt IP |
| uucp | UNIX to UNIX CoPy. Protokoll zum Datenaustausch zwischen Rechnern, die über serielle Anschlüsse mit und ohne Modem miteinander verbunden sind. Es war vor IP ein häufig verwendetes Protokoll und wird heute noch verwendet, um z.B. DOS-PC's anzuschließen. |
| WWW | World Wide Web |
© Ihno Krumreich, letzte Änderung 29.1.2009